Das Geheimnis des richtigen Bewerbungsfotos

Von Indeed Editorial Team

Veröffentlicht am 26. Juni 2021

Sie haben gerade einen Lebenslauf für Ihren Wunschjob erstellt, doch irgendetwas fehlt. Ein Bewerbungsfoto muss her! Da stellen sich viele Fragen: Selbst versuchen oder einem Profi überlassen? Welche Kleidung und Körperhaltung wirken am besten? Und welche technischen Aspekte sollten berücksichtigt werden? Doch letztendlich gilt das einfache Prinzip: Probieren geht über Studieren. Mit der richtigen Anleitung und etwas Geduld machen Sie Ihr perfektes Foto – auch ohne Profi.

Wozu brauchen Sie ein Bewerbungsfoto?

Wie heißt es so schön? „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Und es stellt den ersten persönlichen Bezug zwischen Ihnen und Ihrem künftigen Arbeitgeber her. Ein gutes Foto vermittelt dem Personalverantwortlichen einen positiven Eindruck und Sie bleiben länger in Erinnerung. Aber Vorsicht: Ein schlechtes Bewerbungsbild kann auch dazu führen, dass Ihre – wenn auch ansonsten sehr gute – Bewerbung aussortiert wird.

Obwohl der Trend, Bewerbungen zu anonymisieren und somit auch auf Bewerbungsfotos zu verzichten, zunehmend populärer wird, ist er in Österreich noch nicht angekommen. Die meisten Unternehmen erwarten nach wie vor einen Lebenslauf mit Bild. Wenn Sie sich aber mit dem Gedanken, ein Bewerbungsfoto mitzuschicken, unwohl fühlen, ist das auch in Ordnung, denn Sie sind rechtlich nicht dazu verpflichtet. Das Bundesgesetz über die Gleichbehandlung (GIBG) schreibt nicht vor, dass das Bewerberbild Bestandteil einer Bewerbung sein muss.

Schritt für Schritt zum Bewerbungsfoto

Sie haben sich also entschieden, ein Bewerbungsfoto aufzunehmen. Jetzt müssen Sie noch einige wichtige Entscheidungen treffen, bevor es ans Shooting gehen kann. Befolgen Sie diese einfachen Schritte, um ein perfektes Bewerbungsbild aufzunehmen.

Schritt 1: Das richtige Gerät wählen

Als Erstes müssen Sie sich entscheiden, mit welchem Gerät Sie das Foto aufnehmen möchten. Im Idealfall haben Sie eine Spiegelreflex- oder Hybridkamera zur Verfügung. Die Möglichkeit, Belichtungszeit und Blende fast beliebig einzustellen und Lichtempfindlichkeit (ISO) und Weißabgleich an die Umgebung anzupassen, kann auch bei schwierigen Lichtverhältnissen für tolle Fotos sorgen. Aber wenn Sie nicht über eine derartige Ausrüstung verfügen oder sich den Umgang damit nicht zutrauen, ist das auch kein Problem. Heutzutage verfügen auch einfache digitale Fotoapparate und sogar Handykameras über Funktionen, die eine einwandfreie Fotoqualität gewährleisten.

Schritt 2: Eine passende Kulisse finden

Was eignet sich als Hintergrund eines Bewerbungsfotos? In diesem Fall haben Sie zahlreiche Möglichkeiten: die Wand Ihres Wohnzimmers, der eigene Garten, ein öffentlicher Park, das Businessviertel Ihrer Stadt. Dabei gelten aber folgende Faustregeln:

  • Der Fokus des Bildes muss auf Ihnen liegen. Der Hintergrund darf nicht nur unscharf sein, er muss es sogar, damit klar ist, dass Sie im Mittelpunkt stehen.

  • Der Hintergrund darf nicht zu grell oder zu „unruhig“ sein (stark gemustert, zu viele sichtbare Objekte), damit er nicht von Ihrer Person ablenkt.

  • Es dürfen keine Gegenstände (z. B. Zierpflanzen oder Möbel) oder Personen im Hintergrund erkennbar sein. Das wirkt, als hätten Sie das Foto spontan in der Mittagspause aufgenommen.

  • Der Hintergrund muss in Kontrast zu Ihrer Kleidung und Haarfarbe stehen, damit diese nicht darin „verschwinden“.

Es ist eine gute Idee, den Hintergrund an die Stelle, für die Sie sich bewerben, anzupassen. Wenn Sie sich als Bankfachwirt empfehlen, lassen moderne Hochhäuser im Hintergrund Sie wie einen Erfolgsmenschen aussehen. Ein Landschaftsgärtner hingegen sollte eher ein Bewerbungsfoto im Grünen wählen. Hat das Unternehmen, in das Sie einsteigen wollen, eine Leitfarbe, mit der es assoziiert wird? Suchen Sie eine Kulisse in genau diesem Farbton. Der Personalverantwortliche könnten die Wahl wahrnehmen und positiv bewerten.

Schritt 3: Für gute Lichtverhältnisse sorgen

Viele unterschätzen die Bedeutung des Lichts für ein Bewerbungsfoto, doch oft spielt es eine entscheidende Rolle. Die Faustregel lautet: Es dürfen keine Schatten entstehen. Das Licht sollte also möglichst frontal auf Sie fallen, damit Ihr Gesicht gleichmäßig beleuchtet ist. Wenn Sie das Foto im Freien aufnehmen, ist es relativ einfach – einen sonnigen Tag abwarten und die Fotosession am besten nachmittags abhalten, da die Sonne vormittags oft ein wenig zu grell ist.

Etwas schwieriger wird es in Innenräumen. Das Licht sollte möglichst natürlich sein, wählen Sie also am besten einen Raum mit großen Fenstern und machen Sie das Foto tagsüber. Alternativ sind auch sogenannte Tageslichtlampen ein guter Sonnenlichtersatz. Bei Innenaufnahmen müssen Sie allerdings darauf achten, dass die Farben natürlich wirken. Ein Gelb- oder Blaustich kann ein ansonsten gutes Foto ruinieren. Das lässt sich aber notfalls bei der Nachbearbeitung beheben. Eine weitere Tücke ist der sogenannte Schlagschatten, der entsteht, wenn Sie zu nahe am Hintergrund, z. B. einer Wand stehen. Halten Sie daher stets mehrere Schritte Abstand vom gewählten Hintergrund.

Schritt 4: Die Kleiderwahl treffen

Wie kleidet man sich für ein Bewerbungsfoto? Ganz einfach: Das Gleiche, was Sie auch in der Arbeit tragen würden (Berufsbekleidung natürlich ausgenommen). Je nach Branche und Position, für die Sie sich bewerben, kann die Kleiderwahl also sehr unterschiedlich ausfallen. Während von einem Rechtsanwalt in der Regel ein einwandfreier Anzug und eine sorgfältig gebundene Krawatte erwartet werden, ist es für einen Elektroingenieur in der Regel ausreichend, sich in einem ordentlichen Hemd ablichten zu lassen. Wichtig ist aber, dass Sie sich in der gewählten Kleidung wohlfühlen. Haben Sie das Gefühl, over- oder underdressed zu sein, wird man es auf dem Foto merken.

Die Faustregel „weniger ist mehr“ gilt auch für Bewerbungsfotos. Sie sollten daher möglichst auf unnatürlich gefärbte Haare, auffälligen Schmuck und starkes Make-up verzichten. Auch wenn das Ihre Art ist, die eigene Persönlichkeit auszudrücken, ist es für den Personalverantwortlichen ein Störfaktor, der ihn daran hindert, den Menschen hinter der extravaganten Kulisse richtig einzuschätzen. Auch tiefe Dekolletés sind unangebracht, da sie als Versuch aufgefasst werden könnten, den Personalverantwortlichen zu manipulieren.

Schritt 5: Bitte lächeln

Nun geht es darum, einen passenden Gesichtsausdruck und eine ansprechende Körperhaltung einzunehmen. In der Regel werden Bewerbungsfotos im Halb- bis Viertelprofil aufgenommen, d. h. Sie stehen leicht seitlich, den Kopf ein wenig mehr in Richtung Kamera gedreht als den restlichen Körper und blicken direkt ins Objektiv. Welches Profil Sie dem Fotografen zuwenden, bleibt Ihnen überlassen. Die meisten Bewerbungsfotos werden zwar von der linken Seite gemacht, aber Sie können auch die rechte Seite Wählen, wenn diese Ihre Schokoladenseite ist. Mitunter können Sie dadurch aus der Masse herausstechen.

Das Bewerbungsfoto sollte nicht nur Kopf- und Schulterbereich umfassen, sondern bis zur Brust oder sogar bis zum Ellbogen reichen. Daher spielt auch Ihre Körperhaltung eine wichtige Rolle. Lassen Sie Kopf und Schultern nicht hängen, denn das vermittelt einen resignierten Eindruck. Verschränken Sie die Arme nicht, denn diese Haltung kann als ablehnend oder arrogant empfunden werden. Stehen Sie aufrecht, aber nicht zu steif. Stellen Sie sich vor, Sie sind gerade in ein spannendes Gespräch vertieft. Offenheit, Interesse, gute Laune – das sollte Ihre Körpersprache vermitteln.

Die Stelle, für die Sie sich bewerben, spielt auch hier eine entscheidende Rolle. Während eine Führungskraft mit einem selbstbewussten Ausdruck und erhobenem Kopf auf Bewerbungsfotos zu sehen sein sollte, ist bei einem Erzieher eher ein sanfter Blick und eine lockere Haltung empfehlenswert. Wenn Sie sich für einen kreativen Beruf bewerben, z. B. als Texter oder Grafikdesigner, können Sie es auch mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck versuchen.

Schritt 6: Foto auswählen und nachbearbeiten

Ja, Sie dürfen Ihr Bewerbungsfoto ruhig nachbearbeiten, aber übertreiben Sie es nicht. Es ist in Ordnung, wenn Sie das Bild etwas heller machen, den Kontrast erhöhen oder einen auffälligen Pickel wegretuschieren. Machen Sie sich aber nicht älter, jünger oder schöner als Sie wirklich sind. Denn wenn Sie zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden, wird der Personalverantwortliche den Schwindel erkennen und sich fragen, ob Sie vielleicht Ihren Lebenslauf auch etwas retuschiert haben.

Ein wichtiger Tipp: Machen Sie in jeder Position und mit jeder Kulisse mehrere Fotos, um eine ausreichende Auswahl zu haben. Auch wenn Sie glauben, das perfekte Bild gemacht zu haben – auf dem Bildschirm Ihres Computers wird es möglicherweise anders aussehen als auf dem kleinen Touchscreen Ihres Handys.

Schritt 7: Foto in den Lebenslauf einfügen

Hinsichtlich des Formats und der Position Ihres Bildes im Lebenslauf gibt es keine strikten Vorgaben. Üblicherweise haben Bewerbungsfotos eine Größe von 6 x 4,5 cm oder auch 531 x 709 Pixel und werden hochkant in der oberen rechten Ecke des Dokuments eingefügt. Wenn Sie aber nicht in einer besonders konservativen Branche tätig sind, haben Sie hier einen gewissen Spielraum, um sich von anderen Bewerbern abzuheben. Ein Foto im Querformat, in einem Kreis oder Sechseck bleibt dem Personalverantwortlichen wahrscheinlich eher in Erinnerung als eines im herkömmlichen Stil. Wichtig ist: Sie sollten auf dem Bild immer in Richtung des Textes blicken.

Checkliste: Das sollten Sie vermeiden

Wie bei allen Bewerbungsunterlagen gibt es auch beim Bewerbungsfoto viele potenzielle Fettnäpfchen. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht folgende Fehler begehen:

  • Ein Selfie als Bewerbungsfoto wirkt unseriös. Lassen Sie sich stattdessen von jemand anderem fotografieren oder tun Sie es selbst per Fernauslöser. Geübte Personalverantwortliche erkennen ein Selfie sofort am Aufnahmewinkel oder an der Körperhaltung und sortieren Ihre Bewerbung mitunter aus. Verwenden Sie außerdem keine Filter und Effekte.

  • Verwenden Sie kein Freizeitfoto. Auch wenn Sie auf dem Bild aus dem tollen Kroatienurlaub wundervoll strahlen – professionell ist es nicht. Weiters sollten Sie auch kein Bewerbungsfoto verwenden, das aus einem Gruppenfoto ausgeschnitten wurde, denn dies erweckt den Eindruck, dass es Ihnen zu viel Aufwand wäre, sich um ein vernünftiges Foto zu kümmern.

  • Verzichten Sie auf Fotos mit Ihren Kindern oder Haustieren. In einer Bewerbung geht es um Sie und nur Sie allein.

  • Machen Sie das Foto nicht frontal. Die meisten Menschen sehen aus diesem Winkel unvorteilhaft aus, außerdem erweckt es Assoziationen zu polizeilichen Fahndungsfotos von Tatverdächtigen.

  • Verwenden Sie keine Fotos mit sogenannten „roten Augen“. Viele Kameras haben eine Einstellung, die diesem Fehler vorbeugt.

  • Verwenden Sie keine zu dunklen oder überbelichteten Fotos. Dieses Problem können Sie mittels einfacher Bildbearbeitungsprogramme beheben.

  • Das Foto sollte im Lebenslauf weder zu groß noch zu klein ausfallen. Wie erwähnt, sollte es die Größe von 6 x 4,5 cm oder auch 531 x 709 Pixel haben.

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