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Soft Skills: Warum sie für Ihre Karriere wichtig sind

Während Hard Skills Ihre Erfahrungen und ihr Verständnis für bestimmte berufliche Tätigkeiten aufzeigen, beschreiben Soft Skills Ihre persönlichen Eigenschaften. Sie geben nicht nur Aufschluss über den Charakter einer Person, sondern auch über das Verhalten am Arbeitsplatz. Soft Skills helfen Ihnen, Beziehungen aufzubauen und Probleme zu lösen, um Ihre Hard Skills in vollem Umfang zu nutzen.

Sie können sie in Ihrem Lebenslauf auflisten, im Vorstellungsgespräch erwähnen und im Berufsalltag weiterentwickeln, um Ihre Karriere zu unterstützen und Aufstiegschancen zu ermöglichen. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Soft Skills wichtig sind und wie Sie sie im Beruf nutzen können.

5 Gründe, warum Soft Skills im Beruf wichtig sind

Arbeitgeber Wissen um die Bedeutung von Soft Skills am Arbeitsplatz. Deswegen sollten Sie sie in Ihrer Bewerbung in den Vordergrund stellen. Dadurch zeigen Sie, dass sie die Anforderungen eines Berufs verstehen und dem Unternehmen zum Erfolg verhelfen könnten. Im Folgenden sind einige Gründe, warum Soft Skills wichtig sind:

1. Sorgen für mehr Durchhaltevermögen

Die meisten Arbeitgeber möchten Mitarbeiter, die mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig im Unternehmen arbeiten werden. Dadurch müssen Unternehmen nicht zusätzlich Zeit und Geld investieren, um Ersatz zu finden. Soft Skills wie Konfliktmanagement, Engagement und Motivation können dafür sorgen, dass der Arbeitgeber sich langfristig auf Sie verlassen kann. Ihre Einstellung zur Arbeit ist einer der wichtigsten Indikatoren für Ihr Durchhaltevermögen am Arbeitsplatz. Wenn ein Arbeitgeber sich zwischen zwei Bewerber entscheiden muss, wird er womöglich jene Person wählen, mit der er längerfristig rechnen kann.

2. Ermöglichen Teamfähigkeit

Wenn Sie sich für eine Stelle bewerben, möchte ein Personalchef bzw. eine Personalchefin wissen, wie gut Sie in die Gruppendynamik des Unternehmens passen könnten. Arbeitgeber nutzen deshalb Soft Skills, um Ihre Teamfähigkeit und Ihr Kommunikationstalent einzuschätzen. Unabhängig davon, wie gut Ihre technischen Fähigkeiten sind, müssen Sie ein Teamplayer sein, um dem Unternehmen zu nutzen. Deshalb könnten Sie in Ihrem Lebenslauf beispielsweise Soft Skills wie Anpassungsfähigkeit und aktives Zuhören nennen.

3. Verbessern die Kundenkommunikation

Soft Skills bestimmen auch, wie erfolgreich Sie mit Kunden und Geschäftspartnern zusammenarbeiten. Arbeitgeber sind auf der Suche nach Mitarbeitern, die das Unternehmen professionell und freundlich vertreten können. Menschen mit einer guten Einstellung zum Kundenservice sind in jeder Branche gut für das Geschäft.

4. Stärken das Networking

Mithilfe von Soft Skills können Sie Ihr persönliches Netzwerk erweitern und Kontakte mit Kunden und Geschäftspartnern knüpfen. Menschen mit ausgeprägten Soft Skills können schnell Kunden für das Unternehmen gewinnen und Branchenkenntnisse entwickeln. Arbeitgeber bevorzugen in der Regel Menschen mit einem starken beruflichen Netzwerk.

Durch sie können Unternehmen nämlich neue Geschäftsbeziehungen knüpfen, sich beruflich weiterentwickeln und bessere Entscheidungen bei der Einstellung von Personal treffen. Wenn Sie aufgrund Ihres Netzwerks nützliche Kontakte empfehlen können, könnte Ihr Arbeitgeber Ihre Meinung schätzen und Sie bevorzugen.

5. Unterstützen das Unternehmenswachstum

Arbeitgeber möchten idealerweise Mitarbeiter im Unternehmen haben, die eigenständig nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen und autark arbeiten. Soft Skills wie Eigenantrieb und Flexibilität können dabei helfen. Deshalb bevorzugen Arbeitgeber Bewerber, die durch eigenständiges und verantwortliches Arbeiten hervorstechen.

Soft Skills versus Hard Skills

In der Regel sind Soft Skills etwas, die eine Person bereits von sich selbst aus mitbringt. Sie sind mit der Persönlichkeit eines Menschen verbunden und – anders als Hard Skills – kaum messbar. Hard Skills erwirbt werden mit Abschlüssen, Zertifikaten oder anderen Auszeichnungen erworben. Durch Tests und Prüfungen können sie gemessen und eingestuft werden. Unter Hard Skills versteht man Fach- und Methodenkompetenzen, während Soft Skills Erfahrungswerte, Charaktereigenschaften und soziale Kompetenzen sein können. Hard Skills sind in einer Jobausschreibung als Voraussetzung angegeben, Soft Skills hingegen fallen in die Kategorie „wünschenswert“. Zu den konkreten Hard Skills gehören zum Beispiel folgende:

  • schulische Ausbildung und ein Zeugnis mit guten Noten
  • berufliche Qualifikationen
  • Praktika
  • Erfahrung in der Anwendung bestimmter Computerprogramme
  • Programmiersprachen
  • Fremdsprachenkenntnisse

Drei Kategorien von Soft Skills

Es gibt zwar keine allgemeingültige Liste, in der alle Soft Skills umfassend aufgeführt sind, im Allgemeinen kann man sie allerdings in folgende drei Kategorien einteilen:

1. Persönliche Kompetenzen

Diese betreffen die Person selbst, wie sie mit sich selbst umgeht und über sich selbst denkt. Auch wenn es sich hier eher um persönliche Aspekte wie Selbstvertrauen und Selbstdisziplin handelt, wirkt sich all dies auch auf die Arbeitsweise eines Menschen aus. Personen mit ausgezeichneten persönlichen Kompetenzen können in der Regel auch besser mit Kritik umgehen und stehen Neuerungen offener gegenüber.

2. Soziale Kompetenzen

Diese beziehen sich darauf, wie ein Mensch mit seinen Mitmenschen umgeht. Im Arbeitsalltag drückt sich das zum Beispiel darin aus, wie teamfähig Mitarbeiter sind oder wie gut sie sich in andere Menschen einfühlen können. Diese Kategorie ist eng mit der emotionalen Intelligenz verbunden und wirkt sich darauf aus, wie ein Mensch mit anderen kommuniziert.

3. Methodische Kompetenzen

Die methodischen Kompetenzen haben Einfluss darauf, wie leicht und schnell ein Mensch neue Dinge erlernen kann. Auch die Offenheit für Veränderungen und Neuerungen gehört zu dieser Kategorie der Soft Skills. Menschen mit guten methodischen Kompetenzen fällt es in der Regel leichter, sich in ein neues Programm einzuarbeiten oder Umstrukturierungsmaßnahmen zu bewältigen. Weiters können Sie sich häufig auch besser selbst motivieren und arbeiten disziplinierter.

Die wichtigsten Soft Skills im Berufsalltag

Während Ihrer beruflichen Laufbahn können verschiedene und wechselnde Soft Skills von Bedeutung sein, das perfekte Skill-Set gibt es nicht. Welche Schlüsselkompetenzen wichtig sind, hängt von der jeweiligen Situation ab. Im Berufsleben kommt es insbesondere darauf an, für welche Position und in welcher Firma Sie sich bewerben.

Die Kategorie von Soft Skills, die für beinahe alle Berufsfelder Bedeutung haben, sind die Sozialkompetenzen. Diese sind eng verbunden mit der emotionalen Intelligenz eines Menschen. Dazu gehört das Verhalten in sämtlichen Interaktionen mit den Mitmenschen sowie alle Arten der Kommunikation. Im Beruf wirkt sich dies nicht nur intern aus – im Umgang mit Mitarbeitern und Kollegen –, sondern auch extern im Hinblick auf Kundenbeziehungen. Dazu gehören unter anderem folgende Kompetenzen:

  • Einfühlungsvermögen
  • Höflichkeit
  • Verhandlungsgeschick
  • „den richtigen Ton zu treffen“
  • Menschenkenntnis
  • Teamfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Durchsetzungsvermögen

Für Berufe im Service- und Verkaufsbereich ist dieses Skill-Set wahrscheinlich das wichtigste unter den Soft Skills. In anderen Branchen können andere weiche Fähigkeiten eher in den Vordergrund rücken. So ist ein gutes Kommunikationstalent in Bereichen wie der Buchhaltung oder dem Finanzsektor zwar von Vorteil, mehr Augenmerk werden die Personalverantwortlichen jedoch auf Kompetenzen wie Organisationstalent, Genauigkeit und Problemlösung legen.

Welche Soft Skills sollten in die Bewerbung?

Folgende fünf Soft Skills werden als besonders wichtig angesehen:

  • Problemlösung
  • effektive Kommunikation
  • selbstständiges Arbeiten
  • Motivation
  • Anpassungsfähigkeit und Flexibilität

Welche Soft Skills für einen Job wichtig sind, hängt vor allem von den Anforderungen der jeweiligen Tätigkeit ab. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Vorstellungen darüber, welche Skills Kandidaten für einen bestimmten Job mitbringen sollten. Um die richtigen Soft Skills in Ihrem Lebenslauf zu erwähnen, sollten Sie deshalb zuerst nachdenken, welche Fähigkeiten Sie für den Job, für den Sie sich bewerben wollen, besitzen sollten. Manche finden Sie vielleicht bereits in der Stellenanzeige – entweder unter den Voraussetzungen, die zwingend mitzubringen sind, oder unter den „Nice to have“ Skills.

Wie Sie Soft Skills erlernen und verbessern können

Soft Skills sind zwar in der Persönlichkeit eines Menschen verankert. Trotzdem gibt es einige Möglichkeiten, wie Sie diese trainieren und verbessern können. Manche Skills, wie ein besseres Zeitmanagement zum Beispiel, können ganz einfach durch ein diszipliniertes Verhalten verbessert werden. Wenn Sie zu den Menschen gehören, die manchmal zu spät kommen, dann stellen Sie sich in Zukunft konsequent Ihren Wecker 20 Minuten früher.

Andere Skills hingegen erfordern eine tiefgreifendere Veränderung. Dies kann zwar eine Herausforderung sein, ist aber machbar. Sie können zum Beispiel an Ihrer Empathie gegenüber anderen Menschen arbeiten oder kritikfähiger werden. Dazu müssen Sie sich mit sich selbst auseinandersetzen und offen dafür sein, Ihre Denkweise zu verändern. Hilfreiche Mittel, um sich weiterzuentwickeln, sind Bücher und Zeitschriften, die das entsprechende Thema behandeln. Weiters kann ein Coaching oder Workshop bei der Verbesserung der sozialen und persönlichen Kompetenzen hilfreich sein. Neben dem relevanten theoretischen Hintergrund umfassen diese in der Regel auch praktische Übungen, im Rahmen derer Sie die erlernten Fähigkeiten einsetzen können.

Die wichtigsten Soft Skills für Berufsanfänger

Berufseinsteiger oder Bewerber ohne Erfahrung in der Branche sollten den Soft Skills in ihrer Bewerbung besondere Aufmerksamkeit widmen. Unzureichend gute Hard Skills lassen sich nämlich mit passenden weichen Fähigkeiten ausgleichen. Einige Soft Skills, die Kandidaten ohne Berufserfahrung in ihre Bewerbung aufnehmen sollten, sind beispielsweise folgende:

  • Lernbereitschaft: Damit ist nicht nur das Erlernen neuer Fähigkeiten und Arbeitsweisen gemeint, sondern auch die Bereitschaft, im Team zu arbeiten. Als Beispiel in Ihrer Bewerbung können Sie Workshops und Schulungen angeben, an denen Sie freiwillig teilgenommen haben.
  • Selbstorganisation und Disziplin: Dies zeigt, dass Bewerber selbstständig arbeiten und sich selbst zur Arbeit motivieren können. Während Teamwork zwar wichtig ist, kommt auch der Fähigkeit, Eigeninitiative zu zeigen, eine besondere Bedeutung zu.
  • Flexibilität: Eine hohe Flexibilität ist mit Offenheit für Neues verbunden. Damit wird signalisiert, dass Kandidaten kein Problem mit Veränderungen haben und sich auf neue Situationen rasch einstellen können. Besonders hinsichtlich technologischer Neuerungen ist es wichtig, anpassungsfähig zu sein.

Am wichtigsten ist, dass Sie bei der Wahrheit bleiben. Erwähnen Sie nur jene Soft Skills, über die Sie auch tatsächlich verfügen. Wenn Personalverantwortliche Sie nach Beispielen fragen, sollten Sie einige parat haben, die Sie wahrheitsgemäß präsentieren können.

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