Bewerbung

So wird Ihr tabellarischer Lebenslauf überzeugen

Der Lebenslauf ist für viele Personalverantwortliche der wichtigste Bestandteil Ihrer Bewerbung. Daher sollten Sie seiner Gestaltung und der Auswahl der Inhalte besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Der tabellarische Lebenslauf ist heutzutage die übliche Form, Ihre Erfahrungen und Kenntnisse zu präsentieren. Seine Vorteile: Knappheit und Übersichtlichkeit. In diesem Artikel erfahren Sie, wie ein tabellarischer Lebenslauf aufgebaut ist und gestaltet wird.

Wie sieht ein tabellarischer Lebenslauf aus?

Ein tabellarischer Lebenslauf hat die Form einer zweispaltigen Tabelle: Die Daten der jeweiligen Berufs- oder Ausbildungsstationen werden in einer Spalte (zumeist links) angegeben, die Erläuterungen dazu stehen in der zweiten Spalte. Dazwischen stehen die Überschriften der jeweiligen Abschnitte. Wenn Sie Ihren Lebenslauf digital erstellen, was heutzutage üblich ist, können Sie in Ihrem Textverarbeitungsprogramm eine Tabelle einfügen und diese mit Inhalten füllen. Vergessen Sie aber nicht, die Tabellenränder wieder zu entfernen, denn es macht einen unprofessionellen Eindruck, wenn diese sichtbar sind.

Der tabellarische Lebenslauf sollte idealerweise eineinhalb bis zwei Seiten lang sein. Einen längeren können Sie sich nur dann erlauben, wenn Sie sehr viel relevante Berufserfahrung gesammelt haben und/oder das Auslassen von einzelnen Stationen Ihrer Laufbahn Lücken im Lebenslauf entstehen lassen würde. Besonders wichtig ist die Übersichtlichkeit des Lebenslaufs. Die zentralen Informationen, die Sie den Personalverantwortlichen vermitteln wollen, sollten möglichst einfach zu finden sein.

Formatierung

Die Formatierung vermittelt den Personalverantwortlichen den allerersten Eindruck von Ihnen und Ihrem Lebenslauf. In den meisten Branchen sind deshalb klassische Lösungen gefragt, da sie übersichtlich wirken, gut lesbar sind und nicht vom eigentlichen Inhalt ablenken. Entscheiden Sie sich daher für eine der traditionellen Schriftarten: Times New Roman, Arial oder Calibri in der Schriftgröße 10 bis 12 mit Zeilenabstand 1,15 bis 1,5. Auch die Farben sollten nicht verwirrend wirken – es muss zwar nicht nur schwarz-weiß sein, aber ein grelles Pink oder Neongrün ist nicht empfehlenswert.

Anders verhält es sich, wenn Sie sich für einen Job in der Kreativbranche bewerben, z. B. als Webdesigner, Fotograf oder Werbetexter. Hier wird es sogar erwartet, dass Ihr Lebenslauf aus der Masse heraussticht. Sie sollten aber auch hierbei darauf achten, dass die Schrift gut lesbar bleibt. Gelbe Buchstaben auf weißem Hintergrund oder eine stark verschnörkelte Schriftart in Größe 8 sind nicht empfehlenswert. Auch zu große oder zu kleine Zeilenabstände können auf den Gesamteindruck störend wirken.

Welche Informationen gehören in einen tabellarischen Lebenslauf?

Bei einer Länge von maximal zwei Seiten darf der tabellarische Lebenslauf nur die wichtigsten Informationen über Sie enthalten. Doch welche Angaben sind relevant und welche nicht? Fragen Sie sich, welche Erfahrungen, Fähigkeiten und Charakterzüge Ihr künftiger Vorgesetzter von Ihnen erwartet und bringen Sie diese in Ihrem Lebenslauf möglichst deutlich zur Geltung.

Einleitung

An erster Stelle eines tabellarischen Lebenslaufes stehen Ihre persönlichen Daten. Dazu gehören Ihr voller Name, Ihre Anschrift und Kontaktmöglichkeiten wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer, LinkedIn-Profil oder Skype-ID. Weitere Angaben wie Geburtsdatum und -ort, Staatsangehörigkeit oder Familienstand sind optional, ebenso wie das Bewerbungsfoto, denn Sie entscheiden selbst, wie viel Ihr künftiger Arbeitgeber bereits an dieser Stelle über Sie erfahren soll. Natürlich kann es von Vorteil sein, diese Informationen anzuführen, um einen persönlicheren Eindruck zu vermitteln. Doch wenn Sie sich damit unwohl fühlen oder glauben, dass diese Angaben aus Sicht der Personalverantwortlichen ein Ausschlusskriterium darstellen könnten, lassen Sie sie einfach weg.

Zunehmend öfter wird direkt unter den persönlichen Daten noch ein Leitspruch angeführt, der Ihre Persönlichkeit, Erfahrung und/oder Arbeitseinstellung in einem Satz zusammenfasst, z. B. „Technologien weiterentwickeln und dabei stets Mensch bleiben – diesem Motto folge ich im Beruf und im Privatleben“. Damit können Sie die volle Aufmerksamkeit der Personalverantwortlichen gewinnen. Aber Achtung: Ein übertrieben oder unnatürlich klingender Leitsatz kann auch nachteilig wirken. Wenn Ihnen kein Motto einfällt, das Sie mit voller Überzeugung in Ihren Lebenslauf aufnehmen könnten, lassen Sie es lieber.

Berufserfahrung

Obwohl dieser Abschnitt Ihres Lebenslaufs für die meisten Personalverantwortlichen der wichtigste ist, müssen Sie sich auch hier kurzfassen, damit Sie den Umfang von zwei Seiten nicht überschreiten. Verzichten Sie daher auf Erläuterungen und Beschreibungen. Wenn Sie das Gefühl haben, etwas klarstellen zu müssen, ist das Motivationsschreiben der richtige Platz dafür. Führen Sie in diesem Abschnitt nur die bisherigen Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn auf, beginnend mit der aktuellen bzw. letzten Stelle. Nennen Sie dabei nicht nur Ihre jeweilige Position und das Unternehmen, sondern auch schlagwortartig Ihre wichtigsten Aufgabengebiete, z. B.:

02/2015 – 02/2018 Firma Wavewood, Junior Marketing Manager

Zuständig für: Design, Vorbereitung und Implementierung von Werbekampagnen für die Altersgruppe 16-25, Betreuung des Instagram-Profils der Firma, Kontakt zu Presse und Rundfunk, Implementierung und Pflege eines neuen CRM-Systems (ZOHO)

Nennen Sie dabei nur diejenigen Berufserfahrungen und Kompetenzen, die für Ihren künftigen Arbeitgeber tatsächlich von Bedeutung sind. Wenn Sie sich z. B. als Lohnbuchhalter bewerben, lassen Sie Ihr einmonatiges Praktikum als Koch weg, es sei denn, Sie haben damit eine Phase der Arbeitslosigkeit überbrückt und Ihr Lebenslauf würde ohne dieses Praktikum eine Lücke aufweisen. Falls Sie (auch außerberuflich) an relevanten Projekten teilgenommen haben, können Sie diese als separaten Abschnitt unter der Berufserfahrung anführen. So könnte jemand, der sich als Informatiker bewirbt, beispielsweise im Abschnitt „Projekte“ schreiben:

05/2013 – 11/2013 Alleinige Entwicklung des Online-RPG-Spiels „Kampf der Trolle“, frei spielbar unter www.kampfdertrolledasspiel.xxx

Ausbildung

Nennen Sie in diesem Abschnitt Ihre Ausbildungsstationen, beginnend mit den Schulabschlüssen. Wie weit Sie dabei in die Vergangenheit zurückgehen müssen, hängt ganz von Ihrem Alter und Ihrer Berufserfahrung ab. Jugendliche und Berufseinsteiger können bis zur Unterstufe zurückgehen, bei Bewerbern mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung ist es hingegen ausreichend, nur die höchste Ausbildungsstufe und eventuelle Weiterbildungen zu erwähnen. Wenn Sie eine Abschlussarbeit geschrieben haben, geben Sie den Titel gerne mit an.

In den Abschnitt „Ausbildung“ gehören zudem alle relevanten Fortbildungsmaßnahmen, die Sie absolviert haben – auch unternehmensinterne, sofern die Inhalte auf andere Aufgabenbereiche übertragbar sind. Wenn Sie also eine Schulung zum Thema Unternehmenspsychologie, Best Practices oder einer bestimmten Software absolviert haben oder ein Zertifikat wie ITIL, PRINCE2 oder SAP Ariba erworben haben, dann nehmen Sie diese Informationen hier auf, unabhängig davon, ob Sie die Kurse aus privatem Anlass besucht haben oder sie von Ihrem vorherigen Arbeitgeber organisiert wurden. Auch Auslandsaufenthalte im Rahmen einer Delegation, eines Studiums, Praktikums oder Sprachkurses können Sie in diesem Abschnitt anführen.

Haben Sie ursprünglich eine andere Ausbildung absolviert, sich später aber beruflich umorientiert? Dann geben Sie Ihre Erstausbildung mit an. Auch wenn Sie keine Verbindung zwischen den beiden Branchen sehen, hat vielleicht Ihr künftiger Arbeitgeber eine Idee, wie Sie Ihre Fähigkeiten aus dem vorherigen Beruf in der neuen Position einsetzen könnten. Wenn Sie den Wehrdienst abgeleistet haben und er für die angestrebte Stelle von Bedeutung ist, können Sie auch dies hier erwähnen.

Hard Skills

Nach den Angaben zu Ihrem beruflichen und schulischen Werdegang folgt der Abschnitt „Besondere Kenntnisse“. Dieser umfasst all Ihre Hard Skills, also nachweisbaren Fähigkeiten und Qualifikationen. Dazu zählen z. B.:

  • Fremdsprachenkenntnisse. Geben Sie diese, wenn möglich, nach dem europäischen Referenzrahmen für Sprachen an (A1, A2, B1, B2, C1, C2). Wenn Sie Sprachzertifikate haben, führen Sie diese gerne mit auf.
  • EDV-Kenntnisse. Geben Sie nicht nur an, welche Software oder Programmiersprachen Sie beherrschen, sondern auch, wie gut Sie diese beherrschen, z. B. AutoCAD (Expertenkenntnisse), HTML (fortgeschrittene Kenntnisse), Google Analytics (Grundkenntnisse).
  • Führerscheine, sofern diese für Ihren Job relevant sind. Ein Lagerarbeiter kann mit einem Gabelstaplerführerschein punkten, bei einem Kassierer hingegen ist die Fahrerlaubnis lediglich von untergeordneter Bedeutung.
  • Besondere Fähigkeiten oder Kenntnisse, die Sie nicht bereits unter „Ausbildung“ angeführt haben. Das umfasst in der Regel Qualifikationen, die Sie nicht im Rahmen von organisierten Kursen, sondern im Laufe Ihres Berufslebens oder in Eigenregie erworben haben und sich nicht zertifizieren lassen, z. B. der Umgang mit bestimmten Maschinen und Geräten.

Soft Skills

In den meisten tabellarischen Lebensläufen werden am Ende Hobbys und Interessen angeführt. Dadurch erhält Ihr künftiger Arbeitgeber einen etwas persönlicheren Einblick in Ihr Leben und Sie können sich damit von anderen Kandidaten abheben. Den besten Eindruck hinterlassen Sie, wenn Ihre Interessen eine gute Ergänzung zu Ihren Qualifikationen und den im Motivationsschreiben genannten Eigenschaften passen. Wenn Sie sich also als z. B. selbständig, entscheidungsfreudig und willensstark bezeichnen, würde sich eine Einzelsportart (Tennis, Karate) als passend empfehlen.

Nennen Sie aber nicht zu viele Hobbys. Das erweckt den Eindruck, dass Sie versuchen, Ihren Lebenslauf künstlich zu verlängern. Weiters könnten Personalverantwortliche daraus auch schlussfolgern, dass Sie sich zwar für vieles interessieren, aber nicht in der Lage sind, sich konzentriert einer Tätigkeit zu widmen. Vermeiden Sie auch, passive, wenig lehrreiche Hobbys wie „Fernsehen“ oder „im Internet surfen“ anzugeben, denn damit könnten Sie als faul oder unmotiviert erscheinen.

Das hat in Ihrem Lebenslauf nichts zu suchen

Werden Sie nicht zu persönlich. Angaben zu Ihrem Glauben oder Ihrer Religionszugehörigkeit, zu Eltern, Ehepartnern und Kindern, zu Ihrem aktuellen oder vergangenen Gesundheitszustand, Ihrem Aussehen, Ihrer sexuellen Orientierung oder Ihren politischen Überzeugungen gehören weder in einen Lebenslauf noch in andere Bewerbungsunterlagen.

Was tun, wenn der Lebenslauf zu lang wird?

Sie haben Ihren Lebenslauf fertig, er überschreitet aber die vorgeschriebenen zwei Seiten? Hier sind einige Tipps:

  • Lassen Sie Ihr Bewerbungsfoto oder die optionalen persönlichen Informationen weg. Das ist eine zunehmend üblichere Praxis.
  • Wenn Sie genug Berufserfahrung haben, reduzieren Sie den Abschnitt „Ausbildung“ auf die letzten Abschlüsse und Fortbildungen.
  • Lassen Sie Hobbys und Interessen weg. Wenn Sie glauben, dass diese Ihr Profil gut ergänzen, erwähnen Sie sie im Motivationsschreiben.
  • Lassen Sie Angaben weg, die selbstverständlich sind. Wenn Sie sich z. B. als Englischlehrer bewerben, fünf Jahre Englisch studiert und drei Jahre in England gelebt haben, müssen Sie nicht unbedingt „Englisch: C2“ hinzufügen.
  • Reduzieren Sie die Schriftgröße und den Zeilenabstand. Die Schriftgröße sollte aber zumindest 10 und der Zeilenabstand zumindest 1,15 betragen.
  • Verkleinern Sie die Seitenränder. Ein paar Millimeter Unterschied fallen kaum auf.

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