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Tipps für besseren Small Talk

Small Talk ist eine Form der höflichen Geschäftskonversation, die der Beziehungspflege dient. Obwohl er normalerweise mit leichtem, beiläufigem Geplauder in Verbindung gebracht wird, hat er noch einen zusätzlich Zweck. Er wird verwendet, um unangenehme Stille zu füllen, Unbeholfenheit zu vermeiden oder die Atmosphäre zwischen den Teilnehmer*innen eines beruflichen Treffens aufzulockern. Wie beginnt man einen Smalltalk, welche Themen sollte man besser nicht besprechen und welche Regeln sollte man beachten?

Was ist Small Talk?

Small Talk ist mehr als ein Akt der Höflichkeit. D. Burkus, der Autor des Buches „Verstehen Sie verborgene Zusammenhänge, die Ihr Leben und Ihre Karriere verändern können“ betont, dass Small Talk in vielen Lebensbereichen wichtig ist, vor allem im beruflichen und geschäftlichen Bereich. Er ist der Auftakt zum Aufbau sozialer Interaktionen und um das Bedürfnis nach Zugehörigkeit zu befriedigen.

Beim Small Talk geht es aber nicht nur darum, die soziale Kompetenz und das Gefühl der Sicherheit als Individuum in einer Gruppe zu steigern. Der Zweck ist auch, in kleinen Gesprächen große Beziehungen aufzubauen oder Soft Skills zu demonstrieren, um einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen. Diese Fähigkeit ist grundlegend für Geschäftsbeziehungen.

Wie beginnt man Small Talk?

Der Anfang des Small Talks ist besonders schwierig. Überlegen Sie daher, bevor Sie ein Gespräch beginnen, wer Ihr Gegenüber ist. Mit anderen Worten: Haben Sie etwas mit Ihren Gesprächspartner*innen gemeinsam? Es ist auf jeden Fall einfacher, ein Gespräch zu beginnen, wenn es nicht Ihr erstes Treffen ist. Versuchen Sie, sich an so viele Details wie möglich aus einem vorherigen Gespräch zu erinnern.

Wenn Sie in der Niederlassung, in der Sie arbeiten, Meetings mit immer derselben Person haben, kennen Sie diese wahrscheinlich gut. Versuchen Sie bei jedem weiteren Gespräch, unterschiedliche Themen anzusprechen, damit Sie beim nächsten Mal darauf zurückkommen können. Schwieriger wird es, wenn Sie mit jemandem, den Sie zum ersten Mal sehen, im selben Raum sind. Da ist es nicht leicht, das Eis zu brechen, vor allem, da Sie nichts über die andere Person wissen. Beginnen Sie am besten mit einer freundlichen Bemerkung über die gemeinsame Umgebung oder fragen Sie nach dem Musikgeschmack Ihres Gegenübers.

Befolgen Sie die goldenen Regeln

Small Talk bei beruflichen Meetings ist eine Kunst, die es zu beherrschen gilt. Befolgen Sie die goldenen Regeln des Small Talks und Ihre Gesprächspartner*innen werden beim nächsten Treffen Ihre Fähigkeit, zwanglose Gespräche zu initiieren, zu schätzen wissen.

Zeigen Sie Ihr Interesse

Sehen Sie jedes Gespräch mit jemandem, den Sie nicht kennen, als Chance für persönliches und berufliches Wachstum. Schließlich wissen Sie nicht im Vorhinein, mit wem Sie eine Beziehung eingehen. Diese kann sich als Beginn einer neuen Geschäftsfreundschaft oder Partnerschaft herausstellen, auf die Sie schon lange gewartet haben.

Denken Sie auch daran, dass aufrichtiges Interesse eine Einladung zur Offenheit ist. Wenn Ihr Gegenüber das Gefühl hat, dass Sie mehr wissen wollen, werden Sie wahrscheinlich dazu eingeladen, mehr zu fragen. Beginnen Sie beispielweise mit folgenden Fragen: „Wir hatten nie die Möglichkeit, länger zu reden. Woher kommen Sie?“ Oder: „Sie haben beim letzten Treffen eine sehr gute Lösung für unser gemeinsames Problem vorgeschlagen. Können Sie mir ein wenig mehr darüber erzählen?“

Stellen Sie offene Fragen

Versuchen Sie, Small Talk so zu führen, dass Sie offene Fragen stellen, damit Ihr Gegenüber die Möglichkeit hat, frei zu sprechen. Hören Sie aufmerksam zu und nehmen Sie relevante Informationen auf, die ein guter Einstieg in das nächste Thema sein können. Aber seien Sie auch nicht zu aufdringlich.

Bringen Sie keine persönlichen Themen zur Sprache

Wahrscheinlich wissen Sie nichts oder nur sehr wenig über die Person, mit der Sie ein lockeres Gespräch am Arbeitsplatz beginnen. Versuchen Sie nicht, über Themen zu sprechen, die bei Ihrem Gegenüber Emotionen auslösen könnten. Fragen Sie Ihre Bürokollegin lieber nicht, warum sie noch keine Kinder hat oder wann sie heiraten wird. Sie könnten sie mit diesen Fragen beleidigen. Bewegen Sie sich besser um sichere Themen. Sprechen Sie über Sport, Filme, Fernsehsendungen und gesellschaftliche Ereignisse. Fragen Sie z. B: „Haben Sie in letzter Zeit irgendwelche interessanten Kriminalfilme gesehen? Ich mag dieses Genre sehr.“

Es gibt zwar viele Themen für Fachsimpeleien, aber bringen Sie nur solche zur Sprache, die positive Assoziationen hervorrufen. Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt, um über Politik, religiöse oder moralische Überzeugungen zu sprechen oder die sozioökonomische Situation des Landes zu kommentieren. Initiieren Sie ein Gespräch über ein aktuelles kulturelles Ereignis, eine Freizeitaktivität, kulinarische Kunst oder die Ausstattung des Ortes, an dem Sie sich befinden. Sagen Sie beispielsweise: „Ich bewundere den Architekten, der das Dekor dieser Einrichtung entworfen hat. Was meinen Sie dazu?“

Hören Sie aktiv zu

Aktives Zuhören ist in jedem Gespräch wichtig, denn kommunizieren bedeutet nicht nur reden. Jeder kommunikative Akt wird von Emotionen begleitet und Emotionen schaffen Bindungen. Es entwickelt sich eine Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber, während Sie Zeit im Gespräch verbringen. Aber um diese zu stärken, müssen Sie lernen, aktiv zuzuhören. Dies ist eine Kompetenz, über die nicht alle verfügen. Sie besteht darin, die Bedeutung der Aussage des Gegenübers zu verstehen und zu paraphrasieren. Indem Sie aktiv zuhören, zeigen Sie Interesse und Respekt. Sie analysieren nicht, Sie interpretieren nicht, Sie urteilen nicht und vor allem geben Sie Ihrem Gegenüber keine Ratschläge.

Versuchen Sie beim aktiven Zuhören, Blickkontakt zu halten. Zeigen Sie Interesse durch nonverbale Kommunikationstechniken. Nicken Sie mit dem Kopf oder lächeln Sie sanft, wenn die Situation es erfordert. Unterbrechen Sie nicht und schlagen Sie keine Lösung vor. Bleiben Sie offen, geduldig und präsent während des gesamten Kommunikationsvorgangs. Stellen Sie nur dann Fragen, wenn Ihr Gegenüber eine Pause macht. Schauen Sie genau hin und lesen Sie zwischen den Zeilen. Tonfall, Mimik und Gestik verraten Emotionen und Absichten.

Lassen Sie Ihr Smartphone weg

Heutzutage haben die meisten Menschen ein Smartphone und benutzen es während des Tages sehr häufig. Wenn Sie allerdings ein Gespräch mit einer anderen Person beginnen, dann benutzen Sie niemals Ihr Telefon. Auch wenn Sie auf eine wichtige Nachricht warten sollten, lassen Sie Ihr Smartphone auf Ihrem Schreibtisch liegen.

Sie können Ihr Gegenüber natürlich im Voraus warnen, dass Sie bei Bedarf einen Anruf entgegennehmen müssen. Aber tun Sie dies nie ohne Vorankündigung und schreiben Sie nicht während eines Gesprächs Kurzmitteilungen. Das wäre nicht nur ein Mangel an Taktgefühl Ihrerseits, sondern vor allem ein Verstoß gegen die Grundregeln der persönlichen Kommunikation. Ihr Gegenüber wird sich unwohl und nicht beachtet fühlen und alle Bemühungen, die Sie bisher in den Aufbau Ihrer Beziehung investiert haben, wären vergebens gewesen.

Drücken Sie sich sprachlich korrekt aus

Wie Sie sprechen, ist sehr wichtig. Denken Sie daran, dass Small Talk die Kunst der Konversation auf höchstem Niveau ist. Sprechen Sie deutlich und in vollständigen Sätzen. Verwenden Sie keine Wörter, die umgangssprachlich oder beleidigend sind oder als zu anspruchsvoll gelten. Die Sprache sollte der Situation, in der Sie sich befinden, angemessen sein. Versuchen Sie nie, Ihrem Gegenüber zu beweisen, dass Sie ein überlegener Gelehrter sind. Halten Sie es stilvoll.

Halten Sie das Gespräch in Gang

Die Fähigkeit, ein Gespräch aufrechtzuerhalten, ist genauso wichtig, wie eines zu beginnen. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie Ihr Gegenüber mit interessanten Fragen durch ein Gespräch führen können, dann wird mitunter unangenehme Stille entstehen. Jeder Small Talk ist eine Sammlung von Themen, die miteinander verbunden sind. Versuchen Sie bei der Beantwortung der Fragen Ihres Gegenübers stets, eine umfassende Antwort zu geben, die weitere interessante Aspekte liefert. Greifen Sie auch selbst Punkte aus der Rede Ihres Gegenübers auf, die Sie im weiteren Gespräch ansprechen können. Sagen Sie z. B: „Ich kann sehen, dass sich die meisten im Team gut kennen. Mit wem haben Sie am längsten zusammengearbeitet?“

Effektiver Small Talk

Small Talk ist die Kunst der höflichen Konversation. Sie beherrschen diese Kunst, wenn Sie folgende Ratschläge befolgen:

  • Reflektieren Sie Ihre eigene Art zu kommunizieren und vermeiden Sie alle Fehler, die Sie früher gemacht haben.
  • Lernen Sie, Konversationstechniken anzuwenden.
  • Interessieren Sie sich für Menschen und knüpfen Sie Kontakte zu ihnen, unabhängig davon, wer sie sind.
  • Sprechen Sie nur über positive Dinge, damit Sie einen guten Eindruck hinterlassen.
  • Seien Sie höflich und unaufdringlich und stellen Sie vorsichtige, offene Fragen.
  • Zeigen Sie Interesse an den Worten Ihres Gegenübers.

Wenn Sie die goldenen Regeln zur Führung von Small Talk befolgen, werden Sie ihn mit der Zeit perfekt beherrschen. Wenn Sie in der Lage sind, in beruflichen Situationen zu plaudern, werden Ihre guten Umgangsformen, Ihre Offenheit und Ihre Natürlichkeit unter Beweis gestellt. Wann immer Sie also die Gelegenheit haben, Small Talk zu üben, nutzen Sie sie, selbst wenn diese zwanglosen Gespräche an der Kasse des Supermarkts oder an einer Bushaltestelle stattfinden. Mit der Zeit werden Ihre Bemühungen Früchte tragen und Sie beherrschen die Kunst der höflichen Konversation perfekt.

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