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Soziale Kompetenz: Wie Sie sie trainieren

Die soziale Kompetenz ist einer der wichtigsten Soft Skills und sowohl im Berufsleben als auch im privaten Umfeld von Bedeutung. Eine gut entwickelte soziale Kompetenz kann einer Person zum Beispiel dabei helfen, beim Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck zu machen, bei ihren Mitmenschen beliebt zu sein oder den Berufsalltag erfolgreich zu meistern. Was man unter diesem Begriff versteht und wie Sie Ihre soziale Kompetenz weiterentwickeln können, sehen wir uns in diesem Artikel genauer an.

Was ist soziale Kompetenz?

Unter dem Begriff „soziale Kompetenz“ werden sämtliche Verhaltensweisen zusammengefasst, die sich darauf beziehen, wie ein Mensch mit seinen Mitmenschen interagiert. Sie lässt uns andere Menschen verstehen und angemessen auf sie reagieren. Dabei geht es nicht ausschließlich um Gespräche von Angesicht zu Angesicht, sondern auch um die Kommunikation im Schriftverkehr oder am Telefon. Auch die nonverbale Kommunikation mit Mimik und Gestik ist eng damit verknüpft.

Die sozialen Kompetenzen eines Menschen sind nicht angeboren, sondern erlernt. Viele dieser Kompetenzen und Verhaltensweisen erlernen wir bereits als kleine Kinder, indem wir nachahmen, wie unsere Eltern oder andere Bezugspersonen in unserem Umfeld in einer bestimmten Situation handeln. Im Lauf des Lebens können sich diese sozialen Kompetenzen jedoch verändern und von uns selbst gesteuert werden. Aus diesem Grund ist es auch möglich, sie zu trainieren und weiterzuentwickeln.

Oft wird die soziale Kompetenz mit Soft Skills gleichgesetzt, die beiden Begriffe decken sich jedoch nur teilweise. Es handelt sich dabei um einen Teilbereich der Soft Skills, der von anderen Persönlichkeitsmerkmalen und Charaktereigenschaften ergänzt wird. In jedem Fall gehört die soziale Kompetenz zu den Schlüsselqualifikationen und ist in den meisten Berufen ein wichtiger Aspekt, insbesondere für die Managementebene, aber auch für serviceorientierte oder soziale Berufe.

Was gehört zu den sozialen Kompetenzen?

Die sozialen Kompetenzen sind ein Skill-Set, für das es keine allgemeingültige Definition gibt. Dazu gehören sämtliche Verhaltensweisen und Eigenschaften, die mit der Kommunikation zwischen Menschen untereinander in Zusammenhang stehen. Auch der Umgang mit sich selbst hat einen großen Einfluss auf die Sozialkompetenzen einer Person. Zu den sozialen Kompetenzen gehören unter anderem:

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Einfühlungsvermögen
  • Teamfähigkeit
  • Konfliktmanagement
  • Führungskompetenz
  • Verhandlungsgeschick
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Umgang mit Kritik
  • Eigeninitiative und Lernbereitschaft

Die Selbstwahrnehmung ist ein wichtiger Aspekt, der sich auch auf alle anderen Facetten der sozialen Kompetenzen auswirkt. Wie Sie sich selbst sehen und erleben, hat einen Einfluss darauf, wie Sie mit anderen Menschen umgehen.

Warum soziale Kompetenzen so wichtig sind

Soziale Kompetenzen sind sowohl im privaten Umfeld als auch im Berufsleben wichtig. Sie wirken sich darauf aus, wie ein Mensch sich verhält und wie er arbeitet. Von besonderer Bedeutung sind soziale Kompetenzen für jene Berufe, die einen direkten Umgang mit Kunden oder Gästen erfordern. Allerdings ist noch mehr damit verbunden.

Die sozialen Kompetenzen beziehen sich nicht nur auf die Interaktionen mit anderen Personen, sondern auch auf Verhaltensweisen und Charakterzüge in uns selbst. Diese können sich darauf auswirken, wie Sie sich in einer Problemsituation verhalten oder wie Sie mit Kritik umgehen. Einige Beispiele dafür, wie sich Ihre sozialen Kompetenzen auf Ihren Berufsalltag auswirken, sind:

  • Teamwork: Ist eine Person wenig teamfähig, so wird es schwierig, wenn sie im Joballtag mit anderen Personen zusammenarbeiten muss.
  • Kritikfähigkeit: Um sich im Job weiterzuentwickeln, ist es nötig, Feedback anzunehmen. Kritik ist in der Regel kein persönlicher Angriff auf Sie, sondern sollte vielmehr als Chance gesehen werden, sich zu verbessern.
  • Lernbereitschaft und Offenheit: Nur so können Sie sich in Ihrem Beruf weiterentwickeln. Auch das Ausmaß, mit dem sich eine Person selbst motivieren kann und in der Lage ist, eigenständig zu arbeiten, hat einen Einfluss auf den Erfolg im Beruf.
  • Verhandlungsgeschick: Dies ist nicht nur im Kontakt mit Geschäftspartnern wichtig, sondern zum Beispiel auch bei Ihren eigenen Gehaltsverhandlungen.

Soziale Kompetenz im Berufsleben

Die sozialen Kompetenzen gehören zu jenen Skills, die sich nicht messen lassen. Bewirbt sich jemand für eine Stelle, so zeigt der Lebenslauf den Personalverantwortlichen folgende Informationen: Für Schulabschlüsse gibt es Noten, für besuchte Schulungen und Workshops werden Zertifikate ausgestellt und für einen Nachweis der bisherigen Tätigkeit können Bewerber Arbeitsproben vorlegen. Soziale Kompetenzen lassen sich zwar ebenfalls in den Lebenslauf aufnehmen – beispielsweise durch Erwähnung von ehrenamtlichen Tätigkeiten –, allerdings sind dies in der Regel lediglich vage Hinweise auf die tatsächlichen sozialen Kompetenzen, über die Bewerber verfügen könnten.

Doch wie erkennen Personalverantwortliche die soziale Kompetenz von Kandidaten? Einerseits gibt es dafür Tests, mit denen sie eingestuft werden kann. Diese kommen insbesondere im Rahmen von Assessment-Centern zum Einsatz. Andererseits können Personalverantwortliche aufgrund Ihrer Verhaltensweise während des Vorstellungsgesprächs in gewissem Maße auf Ihre sozialen Kompetenzen schließen. Wenn Sie also im Zuge Ihres Bewerbungsprozesses zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, wird Ihr Gegenüber vor allem auf die folgenden Verhaltensweisen achten:

  • Wie verhalten sich Kandidaten während des Gesprächs? (z. B. aufmerksames Zuhören, aussprechen lassen)
  • Wie reagieren sie auf unerwartete Fragen?
  • Wie gut können Kandidaten mit Kritik umgehen?
  • Wie diskutieren oder verhandeln sie?

Soziale Kompetenz erlernen und trainieren

Da die sozialen Kompetenzen größtenteils erlernt sind, ist es möglich, sie zu Ihrem Vorteil zu verändern, anzupassen und weiterzuentwickeln. Ein großer Teil dieses Trainings besteht darin, aufmerksam durch den Alltag zu gehen. Wenn Sie sich bewusst beim Umgang mit sich selbst und Ihren Mitmenschen beobachten, so werden Sie erkennen, an welchen Charaktereigenschaften oder Verhaltensweisen Sie arbeiten sollten. Die folgenden Aspekte können Ihnen dabei helfen, Ihre Sozialkompetenzen zu trainieren.

Effektive Kommunikation

Versuchen Sie, bewusst aufmerksam und aktiv zuzuhören. Konzentrieren Sie sich vollkommen auf das, was Ihre Gesprächspartner sagen und lassen Sie diese aussprechen. Stellen Sie Fragen zum Verständnis und zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie interessiert sind. Seien Sie beim Gespräch vollkommen anwesend und achten Sie auch auf die nonverbale Kommunikation Ihrer Gesprächspartner. Denn die Mimik und Gestik sagt oft viel über einen Menschen und dessen Stimmung und Gefühle aus und kann Ihnen dabei helfen, Ihre Mitmenschen besser zu verstehen. Ihr Kommunikationsstil wird sich auf diese Weise weiterentwickeln und es Ihnen in Zukunft möglich machen, Gespräche effektiver zu führen.

Teamwork leben

In fast jedem Beruf werden Sie früher oder später mit einem oder mehreren Kollegen zusammenarbeiten müssen. Fragen Sie sich dabei, was Sie mit Ihrem Team erreichen wollen und was Sie persönlich dazu beitragen können, dass Ihre Teamarbeit erfolgreich ist. Auch im Privatleben können Sie dies üben, zum Beispiel indem Sie Ihren Mitmenschen Ihre Hilfe anbieten. Wenn Sie ratlose Passanten in der Stadt sehen, dann fragen Sie doch, ob sie nach etwas suchen und ob Sie behilflich können. Die positive Reaktion des Gegenübers gibt Ihnen ein gutes Gefühl und vermittelt Ihnen so, dass Teamwork sich lohnt.

Empathie – sich selbst und anderen gegenüber

Empathie oder Einfühlungsvermögen zu zeigen ist einer der wichtigsten Aspekte, die es möglich machen, anderen Menschen Verständnis entgegenzubringen. Doch nicht nur Ihren Mitmenschen gegenüber sollten Sie Empathie zeigen, sondern auch sich selbst gegenüber. Lernen Sie, sich selbst zu verzeihen, wenn Sie zum Beispiel einen Fehler gemacht haben. Bevor Sie andere Menschen mit Respekt behandeln können, müssen Sie auch sich selbst den gebührenden Respekt entgegenbringen. Eine gute Übung dafür ist, dass Sie lernen, auch einmal Nein zu sagen.

Lernen Sie, mit Feedback umzugehen

Für viele Menschen ist es schwer, mit Kritik richtig umzugehen. Versuchen Sie in Zukunft, Kritik am Arbeitsplatz nicht persönlich zu nehmen. Insbesondere ein negatives Feedback bezüglich eines Projekts oder Ihrer Arbeitsweise im Allgemeinen sollten Sie nicht als Kritik an Ihrer Person sehen. Bleiben Sie professionell, wenn Sie Feedback annehmen und sehen Sie dies vielmehr als Chance, Ihre Arbeitsweise zu verbessern, weiterzuentwickeln und zu optimieren. Wenn Sie negatives Feedback persönlich trifft, sollten Sie einen Weg finden, dieses zwar anzunehmen, sich jedoch auf die positiven Aspekte zu konzentrieren. Schreiben Sie jedes positive Feedback auf und arbeiten Sie daran, diese Liste zu verlängern.

Workshops

Wer gerne etwas tiefer in die Materie eintauchen möchte und mithilfe von Experten seine sozialen Kompetenzen trainieren will, kann an einem Workshop oder einem Coaching teilnehmen. Dabei werden die unterschiedlichsten Themen behandelt, wie etwa der Umgang bei der Kommunikation mit anderen Menschen, Smalltalk, der Umgang mit Kritik und mit Konflikten usw. Solche Workshops oder Schulungen werden auch in manchen Unternehmen angeboten, insbesondere um den Zusammenhalt unter den Mitarbeitern zu stärken und die Zusammenarbeit im Team zu fördern und zu verbessern.

Soziale Kompetenzen – Sie und die anderen

Der Begriff der sozialen Kompetenzen beschränkt sich keineswegs darauf, wie wir mit anderen Menschen im privaten Bereich oder im Berufsleben umgehen. Auch der Person selbst kommt dabei ein wichtiger Stellenwert zu. Ein Mensch, der eine gute Selbsteinschätzung hat und richtig mit Kritik umgehen kann, ist in der Regel offener und lernfähiger und hat auch im Berufsleben viele Vorteile. Aus diesem Grund ist es wichtig, an den eigenen sozialen Kompetenzen zu arbeiten und diese zu trainieren und weiterzuentwickeln.

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