Vorstellungsgespräch

So punkten Sie beim Bewerbungsgespräch

Ihre Bewerbungsunterlagen wurden unter vielen anderen ausgesucht und Ihr Wunscharbeitgeber lädt Sie zu einem Bewerbungsgespräch ein. So weit, so gut. Doch was wird Sie bei diesem Gespräch erwarten? Und vor allem, wie sollten Sie sich darauf vorbereiten? In diesem Artikel erfahren Sie alle nützlichen Tipps.

So bereiten Sie sich auf das Bewerbungsgespräch vor

Selbst wenn Sie bereits einige Bewerbungsgespräche hinter sich haben, machen Sie nicht den Fehler, zu denken, dass alle gleich seien und Sie bereits alles Nötige wüssten. Jede Stelle ist anders und Ihr Auftreten sollte genau auf diejenige abgestimmt sein, für die Sie sich gerade bewerben. Aber auch Personalverantwortliche können unterschiedlich agieren. Während manche eine freundliche und offene Kommunikation haben, können andere die Kandidaten durch herablassendes Verhalten provozieren oder mit skurrilen Fragen verwirren. Seien Sie also auf alles vorbereitet und befolgen Sie die nachfolgenden Schritte.

Recherchieren Sie Ihren künftigen Arbeitgeber

Informieren Sie sich möglichst genau über das Unternehmen. Lesen Sie die Homepage und andere damit verbundene Webseiten durch, z. B. das Firmen-Instagram-Profil oder den Blog des CEO. Das gilt auch dann, wenn Sie sich intern bewerben, denn es ist wichtig, Ihr Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Überlegen Sie sich auch Fragen, die Sie Ihrem Gesprächspartner beim Bewerbungsgespräch stellen könnten, um Interesse am Unternehmen zu zeigen.

Finden Sie heraus, wie Ihr künftiger Arbeitgeber auf dem Markt positioniert ist. Wer sind die wichtigsten Konkurrenten und wie hebt sich das Unternehmen von ihnen ab? Mit welchen Marketingstrategien wird geworben? Bilden Sie sich eine Meinung dazu. Wie sehen die Unternehmenszahlen aus? Vielleicht finden Sie einige Artikel in der Fachpresse, in denen die Firma erwähnt wird. Eine wertvolle Informationsquelle sind auch Arbeitgeber-Bewertungsportale, auf denen Mitarbeiter anonym ihre ehrliche Meinung mitteilen können. Und nicht zuletzt: Recherchieren Sie das Durchschnittsgehalt in der Position, für die Sie sich bewerben, um auf Nachfrage eine realistische Lohnvorstellung abgeben zu können.

Gehen Sie in sich

Um sich selbst vorteilhaft präsentieren zu können, müssen Sie genau wissen, wer Sie sind, was Sie können und was Sie wollen. Stellen Sie sich folgende konkrete Fragen:

  • Wie sehe ich mich selbst? Was mag ich an mir, worauf bin ich stolz? Was könnte ich noch verbessern?
  • Wie will ich von anderen Menschen gesehen werden? Was sollen sie an mir besonders schätzen?
  • Was sind meine Stärken als Mensch und als Mitarbeiter? Was sind meine Schwächen?
  • Was traue ich mir in dieser Position zu, was nicht?
  • Wie will ich mich beruflich und persönlich weiterentwickeln?
  • Wie viel will ich verdienen? Wo ist meine Schmerzgrenze?

Dies ist in der Regel der schwierigste Teil der Vorbereitung. Versuchen Sie es mit Brainstorming und schreiben Sie innerhalb von einer Minute alles auf, was Ihnen zu den einzelnen Punkten einfällt. Laden Sie auch Freunde oder Familienmitglieder dazu ein – der objektive Blick eines Außenstehenden kann nur von Vorteil sein.

Überlegen Sie sich vorab Antworten

Es gibt viele Fragen, die bei Bewerbungsgesprächen besonders gerne gestellt werden. Dazu gehören sowohl konkrete Rückfragen zu Ihrem Lebenslauf und Ihren Qualifikationen als auch abstrakte Fragen wie „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“. Schreiben Sie diejenigen auf, die Ihnen am meisten Sorgen bereiten und überlegen Sie sich Antworten. Üben Sie diese Antworten vor dem Spiegel oder vor Freunden und Ihrer Familie so lange, bis Sie souverän wirken und die Antworten nicht wie auswendig gelernte Phrasen klingen.

Am Tag vor dem Bewerbungsgespräch

Finden Sie heraus, wie lange die Anfahrt zum Ort des Bewerbungsgesprächs dauert und welches Verkehrsmittel Sie am besten nehmen können. Planen Sie ausreichend Zeit ein, um selbst dann noch pünktlich anzukommen, wenn Sie in einen Stau geraten, den Bus verpassen oder die Bahn Verspätung hat. Kontrollieren Sie, ob der Tank im Auto gefüllt ist und die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel aktuell sind. Wenn Sie eine Fahrkarte benötigen, kaufen Sie diese nach Möglichkeit schon im Voraus, um am Tag des Vorstellungsgesprächs Zeit zu sparen.

Suchen Sie sich schon am Vortag die Kleidung für das Bewerbungsgespräch aus und legen Sie sich diese zurecht. Drucken Sie alle Unterlagen aus, die Sie bei der Bewerbung eingereicht haben und legen Sie sie in der gleichen Reihenfolge in eine saubere, ordentliche Aktenmappe. Packen Sie auch Kugelschreiber, einen Notizblock (möglichst ohne Logos anderer Firmen) und gegebenenfalls Ihre Visitenkarten ein. Wenn Sie Proviant mit auf den Weg nehmen, dann bereiten Sie Ihr Lunchpaket am Vorabend vor. Sie werden ruhiger (und länger) schlafen in dem Bewusstsein, alles für den nächsten Morgen vorbereitet zu haben.

So verhalten Sie sich beim Bewerbungsgespräch

Der große Tag ist gekommen und in einigen Stunden werden Sie Ihren künftigen Personalverantwortlichen oder vielleicht sogar Vorgesetzten persönlich kennenlernen. Inhaltlich fühlen Sie sich gut vorbereitet. Doch wie sollten Sie sich beim Bewerbungsgespräch verhalten? Und was tun, wenn Sie zu sehr angespannt sind? Zugegeben, es ist keine einfache Situation, aber Sie schaffen das! Vielleicht hilft Ihnen auch Ihre Lieblingsmusik, sich zu beruhigen.

Der erste Eindruck

Den ersten Eindruck beim Bewerbungsgespräch hinterlassen Sie bereits bei der Begrüßung. Lassen Sie also nicht den Anschein entstehen, dass es nur eine Formalität sei, die Sie schnellstens hinter sich bringen wollen. Wenn Ihr Gesprächspartner Ihnen die Hand reicht, drücken Sie sie kurz, aber fest. Wenn er das nicht tut, gehen Sie einfach direkt zur Vorstellung über. Reichen Sie niemals als Erster die Hand. Sehen Sie Ihrem Gegenüber direkt ins Gesicht und nennen Sie Ihren Namen deutlich und nicht zu schnell. Lächeln Sie dabei. Selbst wenn es aufgrund der Nervosität etwas verkrampft wirkt, ist es trotzdem besser als ein ernster Gesichtsausdruck.

Auf die Vorstellung folgt meistens ein kurzer Smalltalk. Ihr Gesprächspartner wird möglicherweise fragen, wie es Ihnen geht, ob Sie gut hergekommen sind, vielleicht das Wetter ansprechen. Auch wenn Ihr Gegenüber Ihnen sympathisch erscheint, sollten Sie trotzdem nicht zu persönlich werden.

Welche Kleidung eignet sich am besten für ein Vorstellungsgespräch?

Zu einem guten ersten Eindruck gehört auch die richtige Kleidung. Welche Kleidung aber die richtige ist, hängt von der Branche des Unternehmens ab. Wenn in dem Job, den Sie anstreben, seriöses Auftreten gefordert wird (z. B. als Jurist, Handelsvertreter oder Arzt), sollten Sie auch beim Vorstellungsgespräch bereits so wirken. Ein eleganter Anzug ist daher Pflicht, Männer sollten eine Krawatte tragen. Bei Jobs mit wenig Kundenkontakt, in der IT- oder Kreativbranche dürfen Sie meistens lockerer auftreten. Möglicherweise hat das Unternehmen einen bestimmten Dresscode. Wenn ja, haben Sie diesen wahrscheinlich bereits bei der Recherche herausgefunden.

Wie läuft das Bewerbungsgespräch ab?

Nach der Begrüßung und einem kurzen Smalltalk werden Sie in der Regel aufgefordert, sich vorzustellen. Schildern Sie kurz, was Sie bisher beruflich gemacht haben, Ihre wichtigsten Qualifikationen und größten Erfolge. Dabei könnte Ihnen ein sogenannter Elevator Pitch – eine Präsentation Ihrer wichtigsten Eckdaten in weniger als einer Minute – behilflich sein. Wichtig ist, dass Sie dabei sachlich bleiben. Loben Sie sich selbst nicht überschwänglich, aber verkaufen Sie sich auch nicht unter Ihrem Wert.

Anschließend erzählt Ihr Gesprächspartner in der Regel etwas über das Unternehmen und die zu besetzende Stelle. Hören Sie aufmerksam zu und stellen Sie noch keine Fragen – dafür ist später noch Zeit. Schauen Sie sich nicht im Raum um, während Ihr Gegenüber spricht, das erweckt den Anschein von Desinteresse. Sitzen Sie in einer entspannten, aber nicht zu lockeren Körperhaltung. Vermeiden Sie es, die Hände in den Sakko- oder Hosentaschen zu halten oder die Arme vor der Brust zu verschränken. Das könnte als Respektlosigkeit oder ablehnende Haltung interpretiert werden.

Die Fragerunde

Im nächsten Schritt stellt Ihr Gesprächspartner einige Fragen an Sie. Diese können sowohl Ihren beruflichen Werdegang und Ihre Ausbildung als auch Ihre Persönlichkeit oder Ihre Interessen betreffen. Auch skurrile, aus dem Kontext fallende Fragen können vorkommen, etwa: „Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre das?“ Wenn Sie auf eine Frage nicht direkt eine Antwort parat haben, bitten Sie ruhig um Zeit zum Nachdenken. Ihr Gegenüber hat Verständnis dafür, dass Sie nervös sind und weiß es zu schätzen, dass Sie es sich lieber gut überlegen als mit einer Floskel zu antworten.

Unabhängig davon, wonach Sie gefragt werden und wie sich der Gesprächspartner Ihnen gegenüber verhält, ist die wichtigste Grundregel: Lassen Sie sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Antworten Sie bedächtig, deutlich und sachlich. Stellen Sie sich vor, Sie haben statt eines Interviewers einen von Zweifeln geplagten potenziellen Kunden vor sich, dem Sie zu einer Entscheidung verhelfen wollen und passen Sie Ton und Wortwahl dieser Situation an.

Hat Ihr Gesprächspartner alle seine Fragen gestellt, wird er sich wahrscheinlich erkundigen, ob Sie auch welche haben. Stellen Sie jetzt die Fragen, die Sie sich vorab überlegt oder sich aus dem bisherigen Gespräch ergeben haben. Allerdings sollten Sie nicht zu viele Fragen stellen, konzentrieren Sie sich auf zwei oder drei der wichtigsten. Sie können die Gelegenheit auch nutzen, um zu fragen, welchen Eindruck Sie hinterlassen haben. So erfahren Sie unmittelbar, wie Ihre Chancen auf den Job stehen und woran Sie eventuell noch arbeiten müssen.

Was können Sie nach dem Bewerbungsgespräch tun?

Das Vorstellungsgespräch ist nun beendet – Ihr Bewerbungsprozess jedoch noch nicht. Folgendes können Sie in den nächsten Tagen tun:

  • Gehen Sie das Bewerbungsgespräch noch einmal durch. Womit waren Sie zufrieden, was hätten Sie besser machen können? Was sagte der Interviewer über Sie?
  • Üben Sie die Antworten, mit denen Sie unzufrieden waren.
  • Wenn Sie keine Rückmeldung bekommen, haken Sie nach – aber frühestens nach zwei Wochen.
  • Wenn Sie eine Absage erhalten, erkundigen Sie sich nach den Gründen.

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